weißhaarigen, alten Herren, der mit einem älteren Detektor der Marke C.Scope den
Waldboden absondelte. Erfreut darüber einen Mitstreiter erblickt zu haben, lief ich auf ihn zu
und begrüßte ihn freundlich. Als ich erzählte, dass auch ich ein begeisterter Sucher bin,
kamen wir ins Gespräch. Er erzählte mir, dass er seit fast 2 Jahren auf Rente sei und seit dem,
diesem Hobby nachging. Den MD hatte er von einem alten Kumpel geschenkt bekommen.
Nach einer Weile des Austausches fragte ich ihn, wie er zu den Denkmalsschutzgesetzen und
Schatzregalen der Bundesländer steht. Nach kurzem Nachdenken antwortete er: „Wissen se
juter Mann, ick hab dit janze Leben lang schwer jearbeitet, war uff`n Bau und der Staat hat
mir lange jenuch inne Tasche jegriff`n. Die Rente von mir und meener Frau reicht vorne und
hinten nicht. Für Wohngeld oder andere Hilfe, lagen wir mit ein paar lausigen Euro über den
Satz und hatten keenen Anspruch druff. Da die Miete in den letzten Jahren durch Sanierungen
uff knapp 700 Euro jestiegen ist und wir die nicht mehr finanzieren konnten, mussten wir
unsere vier Zimmerwohnung verlassen. - „Suchen se sich ne kleinere und preisgünstige
Wohnung....“, hieß es hart von Seiten der Ämter. Meine Wohnung, mein Heim, wo ick
ne Terrasse und ne`n Garten dran hatte, mit Blick uff´n Park. Dit war Natur pur. Ick hab da fast 40 Jahre jewohnt. Da hab ick ne wundervolle Zeit und Ehe jeführt, da sind unsere Kinder groß jeworden, da hab ick ne menge Jeld investiert, da wollte ick meinen Lebensabend genießen.“ Jetzt wohne ick mit meener lieben Hannelore im Altbau. Dunkler Hinterhof, Seitenflügel rechts, zwee Treppen.- Die Ämter sollten sich de Augen aus`n Koop schämen. Ick sag ihnen mal wat, ob in öffentlichen Badestellen, im Wald oder uff´n Feld, wat ick hier finde jehört mir und wenn ick ne`n großen Fund mache.., ausgraben, einsacken und Schnauze halten. Der Staat bekommt nischt von mir und uff de Gesetze vom Schatzregal pfeif ick. Soll`n se mir doch einsperren, wenn se mich erwischen. Mir, eenen alten Mann. Früher haben se bei den adligen Landesherren verbotener Weise in den Wäldern gewildert, um mal een Stück Fleisch uff`n Teller zu haben und heute suche ick mit diesem Ding hier inne Wälder
um meinen kläglichen Lebensstandard aufzubessern. Wat natürlich ooch verboten ist..., na und.., ick mach eben een uff Glücksritter. Vor eener Woche hab ick nich weit von hier einen
goldenen Siegelring gefunden und ihn zum Goldankauf jebracht. Von dem Jeld bin
ick nach langer Zeit mal wieder mit meiner Hanni Essen jewesen und wir hatten einen
schönen Abend jehabt.“ Meine Frau wollte weiter, also verabschiedete ich mich von Walter und wünschte ihn noch viel Glück bei seiner Suche. Seine Geschichte gab mir zu denken und irgendwie tat mir der alte Mann leid. Was meint ihr dazu?



