von G.Buchner » Do 1. Okt 2015, 21:46
Eine kleine Systembetrachtung
Der Kapitalismus hat versagt. Angesichts steigender Arbeitslosenzahlen, steigendem Hunger und kräftig steigender sozialer Verelendung überall in der Welt ist diese Aussage wohl nicht zu bezweifeln.
Der Sozialismus hat versagt. Die Entwicklung in der Sowjetunion, der DDR, aber auch in China und Nordkorea hat gezeigt, dass der Sozialismus zwangsläufig in eine Diktatur und den wirtschaftlichen Ruin führt, weil den Menschen wesentliche Antriebskräfte genommen werden. Auch diese Aussage ist wohl nicht zu bezweifeln.
Der Kommunismus konnte nicht versagen, weil er eine theoretische Lebensform ist, die bisher in der Praxis nie verwirklicht werden konnte. Für praktische Zwecke hat er damit auch versagt.
Gesellschaften, die auf dem direkten Tausch von Waren oder Dienstleistungen beruhen, sind nur von lokaler Bedeutung und haben bei allen Versuchen der Internationalisierung versagt.
Aus diesen Erkenntnissen heraus sind überall in der Welt Mischformen entstanden, die sich holpernd von einer Krise zu nächsten bewegen. Vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion und des Ostblocks bestand ein Kampf der Systeme, der die Extreme abmilderte. Dieser Wettbewerb ist erledigt, dazu kommt die Globalisierung. Alle Mischformen bewegen sich langsam, aber sicher auf einen reinen Manchester-Kapitalismus zu, weil es keine Konkurrenz der Systeme mehr gibt. Alte, längst vergessen geglaubte Klassenunterschiede werden plötzlich wieder sichtbar.
Nachdem in Deutschland das Make-Up der sozialen Marktwirtschaft immer weiter abgeschminkt wird, treten die Konturen der Klassen immer deutlicher zu Tage. Auch die Zementierung innerhalb einer Klasse wird in Kürze durch Studiengebühren, nicht nur an Hochschulen, abgeschlossen.
Die Situation scheint aussichtslos zu sein. Klassenunterschied und wirtschaftliche Ungerechtigkeit führen über kurz oder lang zum Klassenkampf. Da Systemalternativen zu fehlen scheinen, bleiben Anarchie oder faschistische, auf rassische Absonderung bedachte Ideologien übrig. Da der Kapitalismus nicht mit der Anarchie leben kann, wird er sich wie gehabt, der faschistischen Ideologie anschließen um in einer geordneten Welt agieren zu können.