Mr.Kite hat geschrieben:Blick bei dem Merkelkurs nicht mehr durch. Heute die Schlagzeile :"
Merkel so beliebt wie lange nicht mehr"

Gruß Kite
Hierbei handelt es sich um eine ganz offensichtliche
Wahlkampfunterstützung der Medien. Wie verzweifelt müssen die AfD-Gegner sein, um so etwas wenige Tage vor den Landtagswahlen zu veröffentlichen ?
Eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts
YouGov - mit anderer Fragestellung ... nämlich direkt nach der Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit mit Merkel, die vor zwei Tagen veröffentlicht wurde, ergibt sich ein anderes Bild. Dort gaben nur
37 % statt zuvor 32 % an, mit Merkel
sehr zufrieden oder zufrieden zu sein ... und die Mehrheit (
56 %) war dort nach wie vor
sehr oder eher unzufrieden.
Wenn nur 37 % mit der Kanzlerin zufrieden sind, und stolze 56 % unzufrieden, erwarte ich von seriösen Medien die Schlagzeile "
56 % sind mit der Kanzlerin unzufrieden" ... und nicht "Merkel so beliebt wie lange nicht mehr" ... egal ob Landtagswahlen sind oder nicht.
Die
Forsa-Frage - auf die sich die von dir zitierte Schlagzeile bezieht - lautete
wer nach Ansicht des Befragten Kanzler sein soll ...
mangels Alternative (oder kennt jemand eine) sagten 50 % Merkel ... nur 13 % stimmten für Sigmar Gabriel ... dass heißt aber immer noch, dass auch bei Forsa die
Hälfte der Befragten gegen Merkel ist. Ob die Befragten mit der Merkelpolitik zufrieden sind, wurde bei Forsa gar nicht gefragt. Und die von Stern/RTL in das Ergebnis hineininterpretierte
angeblich große Beliebtheit von Merkel ist auch Schall und Rauch, wenn man bedenkt, dass auch in der Forsa-Umfrage eine Mehrheit von
56 %von keiner Partei erwartet, dass sie die anstehenden Herausforderungen bewältigen kann ... also auch nicht von der von Merkel geführten CDU.
Dass es einen Starken Zuwachs gibt, liegt übrigens daran, dass
Merkel im Februar auf den tiefsten Stand seit 2011 abgesackt war .... aus einem so extrem tiefen Tal ist ein kleiner Zuwachs nichts Unerwartetes, sondern lediglich eine kleine Erholung.
Die Umfrage stammt von
FORSA der Bild-Zeitung unter den Meinungsforschugsinstituten. Die für das Magazin Stern und den Fernsehsender RTL von seinem Institut erhobenen Umfragen
liefern regelmäßig besonders hohe oder niedrige Werte für die Parteien. Die steilen Höhenflüge bzw. rasanten Abstürze sind dann
aufregender Schlagzeilenlieferant.
Dem Forsa-Chef Güller wird vorgeworfen, dass er "Meinungsforschung" nur ganz schwer von "Meinungsmache" unterscheiden kann. Das brachte ihm wiederholt den Vorwurf ein, er vermische die ermittelten Daten mit persönlichen Ansichten, woraus sich ein Cocktail ergebe, der seriös und unabhängig aussehe, doch voller Meinung stecke ... woraus der Vorwurf abgeleitet wurde, dass er sich durch besonders extreme Ergebnisse in die Medien bringe und so Marketing für sein Institut betreibe. Auch könnten die drastischen Ergebnisse zu
selbsterfüllenden Prophezeiung werden, indem Parteien besonders attraktiv oder unattraktiv wirken könnten.
Das Problem ist doch derzeit, dass es vor allem die 'Nicht-CDU-Wähler' sind, die Merkels Flüchtlingspolitik toll finden. Die werden aber deswegen nicht CDU wählen. Merkel ist derzeit die einzige, die in der Öffentlichkeit Rückgrat zeigt, während alle anderen vor der AfD die Hose voll haben. Und genau das führt zu der Zerrissenheit der klassischen CDU-Wähler. Zum einen bekommen Sie eine Politik, die sie oft nicht wirklich möchten, zum anderen sind sie es - weniger als die Anhänger anderer Parteien - nicht gewohnt, ihre Partei auch mal abzustrafen. Und der CDU selbst wohnt die Kraft zur personellen Reform nicht inne. Da muss es immer erst richtig knallen, bevor ein Helmut Kohl (oder bald eine Merkel) ausgetauscht wird.