von Historiker » Di 2. Feb 2016, 13:44
Die Ursache für die unterschiedliche Haltung in der Flüchtlingsfrage rührt - neben den unterschiedlichen ideologischen Grundhaltungen - im wesentlichen aus einer grundverschiedenen Betrachtungsweise der Problematik her.
Die Befürworter betrachten die Flüchtlingskrise aus der Froschperspektive (Gemeinde- und Kreisebene) ...
die Gegner betrachten die Flüchtlingskriese aus der Vogelperspektive (gesamtes Weltgeschehen, großes Ganzes).
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In der Froschperpektive sieht man die konkreten Probleme vor Ort in Deutschland, die anreisenden Migranten, die vom Land zugeteilt und mit Bussen herangekarrt werden. Diese Menschen schauen in die traurigen Kinderaugen und wollen nur noch helfen. Menschlich voll und ganz verständlich und eine ganz tolle Sache. Der unfähige Staat wälzt die Last auf Hilfsorganisationen und freiwillige Helfer ab und diese leisten vor Ort eine ganz großartige, bewundernswerte Arbeit. Wie lange das noch so funktioniert, ist eine andere Frage.
Die Helfer denken nicht über die großen Probleme der Welt nach und glauben fest an die vollmundigen Beschwichtigungs- und Durchhalteparolen unserer Politiker. Sie sind fest davon überzeugt, als seien die, die da kommen, ausschließlich Kriegsflüchtlinge aus Syrien und sie haben großes Vertrauen in unsere Politiker, dass es ihnen gelingt, die Migranten in der EU gleichmäßig zu verteilen und dass sie den Syrienkonflikt recht bald lösen und dann der Migrantenstrom null komma nix versiegt und ein Großteil der Migranten wieder in die syrische Heimat zurück geht, um dort ihr Land (mit großzügiger deutscher Hilfe) wieder aufzubauen. Dass ein Großteil der Migranten hierbleibt, empfinden sie als großen Segen, denn sie glauben auch an das Märchen von der Überalterung der deutschen Bevölkerung, und an die Märchen vom Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel.
Aus der Froschperspektive nimmt man zu recht an, dass Deutschland irgendwie ein paar Millionen syrischer Kriegsflüchtlinge versorgen kann ... dass es ein vielfaches mehr werden wird, und es aufgrund der riesigen Anzahl einfach nicht auf Dauer gehen kann, kann man aus der Froschperspektive auch gar nicht erkennen ... man weiß ja nicht mal, wie viele Migranten am nächsten Morgen mit Bussen vor dem Rathaus stehen werden.
Die Menschen der Froschperspektive glauben ... um es bildlich darzustellen ... dass der Wasserstand des Dorfbaches etwas angestiegen ist, weil es vor Tagen etwas stärker geregnet hat, und schleppen mit großem Eifer Sandsäcke, um ein Über-die-Ufer-treten zu verhindern und nehmen großherzig ihre Nachbarn auf, deren Haus vom Wasser eingeschlossen wurde. Sie erkennen nicht, dass in Wirklichkeit der Staudamm am oberen Ende des Baches gebrochen ist, und sich eine riesige Flutwelle auf ihr Dorf zubewegt, die nicht nur alles was sie sich aufgebaut haben, für immer zerstören wird, sondern auch alle Bewohner und Helfer mitreißen wird. Anstatt alles schnellstmöglich zu evakuieren, schleppen sie Sandsäcke und helfen den in Not geratenen .... was aus ihrer eingeschränkten Frosch-Perspektive vollkommen verständlich und sehr lobenswert ist.
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In der Vogelperspektive erkennt man die enorme "Brisanz des enormen Anwachsens der Weltbevölkerung" ... in meinen Augen das allergrößte Problem, das es auf der Welt gibt, und das auch die Ursache für die eingesetzte Völkerwanderung bildet. Das Anwachsen der Weltbevölkerung (für jeden Mensch der stirbt, werden zwei neue geboren) folgt dem mathematischen Modell des "Exponentiellen Wachstums".
Den meisten dürfte aus der Schulzeit das Exponentielle-Wachstums-Modell "Schachbrett mit einem Reiskorn" bekannt sein. Legt man auf das erste Feld eines Schachbretts ein Reiskorn, auf das zweite Feld das Doppelte, also zwei Körner, auf das dritte wiederum die doppelte Menge, also vier und so weiter ... liegen auf dem letzten (64.) Feld mehr als 9 Trillionen Körner.
Und in einem solchen exponentiellen Wachstum wächst derzeit die Weltbevölkerung.
In der unbeeinflussten Natur treten beim Bevölkerungswachstum gewisse Effekte auf, die das exponentielle Wachstum reduzieren ... Konkurrenz um Nahrung, Hungerkatastrophen, Krankheiten und Seuchen, Kriege durch Verteilungskämpfe usw. Diese natürlichen Einflüsse wurden aber durch den von einem grenzenlosen Humanismus geprägten Menschen weitestgehend beseitigt ... d.h. die Weltbevölkerung kann weitgehend ungehindert nach dem exponentiellen Wachstumsmodell rasant zunehmen bis die "Tragfähigkeit der Erde" erreicht ist. Und die Menschen in den überquellenden Dritte Welt Ländern, die zuhause kein Auskommen und keine Perspektive haben, streben natürlich mit aller Macht in die europäischen Wohlstandsregion (allen voran nach Deutschland).
Wirtschaftlicher Aufschwung in den Ländern der Dritten Welt führt nicht zu einer Eindämmung des Bevölkerungswachstums sondern ganz im Gegenteil zu einer weiteren Steigerung des Bevölkerungswachstums ... darin sind sich alle Migrationsforscher einig. Folge des ungehemmten Bevölkerungswachstums ist, dass die Länder die rasant wachsende Bevölkerung nicht mehr ernähren kann und die Bewohner kein Auskommen finden (die Zahl der Arbeitsplätze und das Nahrungsangebot müssten genauso stark zunehmen wie die rasant wachsende Bevölkerung) Die absolute Wirtschaftsleistung von Entwicklungsländern ist in den vergangenen Jahrzehnten durchaus gestiegen. Doch das Geld muss sich auf immer mehr Einwohner verteilen, so dass die Armut trotz höherer Wirtschaftsleistung ständig zunimmt. Auch führt die Überbevölkerung verstärkt zu Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen. Natürlich verstärken auch noch andere Faktoren wie Korruption das Problem.
Viele Länder der Dritten Welt liegen in den Tropen und Subtropen. In den Trockenzonen werden Dürren zum Problem und im anderen Extrem der immerfeuchten Tropen sind die Böden ohne das Ökosystem Regenwald unfruchtbar. Abnehmenden Bodenfruchtbarkeit (Degradation) durch Überbeanspruchung und der Klimawandel verstärken das Problem.
Ein Problem für die Armut in diesen Ländern ist der funamentalistische Islam. Der fundamentalistiche Islam verhindert jegliche kulturelle Entwicklung, da er verlangt, dass das ganze Leben der Menschen an einem 1000 Jahre alten Buch ausgerichtet wird, an dem jegliche Kritik verboten ist ... jede Modernisierung ist ausgeschlossen.
Die Menschen, die kein Auskommen mehr finden, setzen sich - nachdem ihnen ein lohnendes Ziel vor Augen geführt wurde - in Bewegung ... die große Völkerwanderung setzt ein und ist kaum noch zu beeinflussen.
Der Blick aus der Vogelperspektive offenbart, dass eben nicht nur "ein paar Millionen" Kriegsflüchtlinge aus Syrien zu uns kommen, sondern dass Hunderte Millionen Menschen in der Dritten Welt vor dem Aufbruch stehen.
Was das bedeutet, brauche ich wohl niemandem näher zu erläutern.
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Historiker am Di 2. Feb 2016, 17:40, insgesamt 16-mal geändert.