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Sondeln unter Brücke, erlaubt oder verboten?

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Beitragvon mdstr » So 23. Jul 2017, 07:30

Hallo zusammen,

ich habe folgendes Szenario und bin mir über die Gesetzeslage nicht wirklich im Klaren:

Bei mir am Stadtrand gibt es eine alte Brücke die 1850 erbaut wurde, sie hat damals eine Holzbrücke an gleicher Stelle ersetzt die vorher dort war. Die Brücke selber ist als Baudenkmal eingetragen, gelten bei Baudenkmälern die gleichen Bestimmungen wie für Bodendenkmäler? Sind ja eigentlich 2 vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe. Unter der Brücke fließt die Wupper lang und das Wasser ist dort nur minimal über dem Flussbett (lasst es mal 5cm sein). Aufgrund der Tatsache dass dort der Übergang schon mehrere 100 Jahre insgesamt besteht, die Wupper in dem Gebiet auch nie begradigt wurde (zumindest nicht nach 1820), man vom einen Ufer bis zum anderen über das Flussbett laufen kann (was auch nochmal ein Hinweis darauf sein kann dass die Furt dort evtl schon in der Zeit vor den Brückenbauten genutzt wurde), sehe ich das als potentiell echt gute Location für ein paar schöne ältere Funde.

Wie ist denn da die Gesetzeslage? Darf ich unter der Brücke im Flussbett offiziell jetzt nicht sondeln weil dort ein Baudenkmal steht? Generell darf man bei uns in NRW ja an und in Flussbetten sondeln (ich such natürlich immer nur meinen von der Brücke runtergefallenen Schlüsselbund) und es ist ja kein Bodendenkmal. Ich würde da natürlich nur mit dem Grabungsmesser arbeiten und den Spaten im Auto lassen, idR reicht das vollkommen aus für Flussbetten. Das macht dann schonmal nicht den typischen "Buddel"-Eindruck und stimmt die freundlichen Beamten nicht zwangsläufig ganz so negativ ;))

Also der Sheriff hat dazu folgende Klauseln verfasst:

§ 2
Begriffsbestimmungen

(1) Denkmäler sind Sachen, Mehrheiten von Sachen und Teile von Sachen, an deren Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse besteht. Ein öffentliches Interesse besteht, wenn die Sachen bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen oder für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse sind und für die Erhaltung und Nutzung künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche oder städtebauliche Gründe vorliegen. Die Vorschriften des Landschaftsgesetzes bleiben unberührt.

(2) Baudenkmäler sind Denkmäler, die aus baulichen Anlagen oder Teilen baulicher Anlagen bestehen. Ebenso zu behandeln sind Garten-, Friedhofs- und Parkanlagen sowie andere von Menschen gestaltete Landschaftsteile, wenn sie die Voraussetzungen des Absatzes 1 erfüllen. Historische Ausstattungsstücke sind wie Baudenkmäler zu behandeln, sofern sie mit dem Baudenkmal eine Einheit von Denkmalwert bilden.

(3) Denkmalbereiche sind Mehrheiten von baulichen Anlagen, und zwar auch dann, wenn nicht jede dazugehörige einzelne bauliche Anlage die Voraussetzungen des Absatzes 1 erfüllt. Denkmalbereiche können Stadtgrundrisse, Stadt-, Ortsbilder und -silhouetten, Stadtteile und -viertel, Siedlungen, Gehöftgruppen, Straßenzüge, bauliche Gesamtanlagen und Einzelbauten sein sowie deren engere Umgebung, sofern sie für deren Erscheinungsbild bedeutend ist. Hierzu gehören auch handwerkliche und industrielle Produktionsstätten, sofern sie die Voraussetzungen des Absatzes 1 erfüllen.

(4) Bewegliche Denkmäler sind alle nicht ortsfesten Denkmäler.

(5) Bodendenkmäler sind bewegliche oder unbewegliche Denkmäler, die sich im Boden befinden oder befanden. Als Bodendenkmäler gelten auch Zeugnisse tierischen und pflanzlichen Lebens aus erdgeschichtlicher Zeit, ferner Veränderungen und Verfärbungen in der natürlichen Bodenbeschaffenheit, die durch nicht mehr selbständig erkennbare Bodendenkmäler hervorgerufen worden sind, sofern sie die Voraussetzungen des Absatzes 1 erfüllen.


Ferner:

§ 13
Ausgrabungen
(1) Wer nach Bodendenkmälern graben oder Bodendenkmäler aus einem Gewässer bergen will, bedarf hierzu der Erlaubnis der Oberen Denkmalbehörde. Ausgenommen sind Nachforschungen, die unter der Verantwortung des Landes, des Landschaftsverbandes oder der Stadt Köln (§ 22 Abs. 5) stattfinden.

(2) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Grabung oder Bergung Bodendenkmäler oder die Erhaltung von Quellen für die Forschung nicht gefährdet.


Also ich interpretiere das so dass ich da keinen Gesetzesverstoß begehe wenn ich da unten im Flussbett meinen Schlüsselbund wieder zu Tage fördern will. Die Argumentation dagegen, mit der Aussage das Flussbett sei Teil dieses Baudenkmals, würde ich als unlogisch empfinden, allein schon deswegen weil es bewegter Boden ist der sich schon von Natur aus im Laufe der Zeit verändert.

Falls mich da jemand aufklären kann wäre ich dankbar ;))

Viele Grüße,
mdstr
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Beitragvon Steffen » Mo 24. Jul 2017, 21:06

Nimm dir eine Goldwasch Schüssel mit. Wenn einer kommt sagst einfach du wäscht Gold. Goldwaschen ist erlaubt in Deutschland oder fällt das unter ein Mineralien Gesetz ?
Nicht jeder, der sondelt ist ein Raubgräber, es gibt auch andere Gründe.
Solche pauschalen Verdächtigungn sind überflüssig und einem Rechtstaat nicht würdig.
Steffen Offline

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Beitragvon mdstr » Di 25. Jul 2017, 00:08

und den Detektor steck ich dann unauffällig in die Hosentasche? ;))
mdstr Online


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Beitragvon Steffen » Di 25. Jul 2017, 01:15

mdstr hat geschrieben:und den Detektor steck ich dann unauffällig in die Hosentasche? ;))


Selbst die Goldsucher von Alaska in DMAX haben einen einfachen Detektor dabei.
Warum willst den deinen verstecken ?
Nicht jeder, der sondelt ist ein Raubgräber, es gibt auch andere Gründe.
Solche pauschalen Verdächtigungn sind überflüssig und einem Rechtstaat nicht würdig.
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Beitragvon mdstr » Fr 4. Aug 2017, 23:10

Naja wenn man 1 und 1 zusammenzählen kann dann weiß man schnell dass das grabungswerkzeug nicht weit ist wo eine sonde gesichtet wird.
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