Raidtomber hat geschrieben:Ich hab "Senfgas als Kampfmittel" geschriben ... Und @Historiker für mich ist allein die Erfindung dieser Waffe höchst unethisch. Giftgas ist eine heimtückische Waffe und sie war auch schon im WKI verboten. Nur weil die Deutschen da das Schlupfloch gefunden haben das Teufelszeugs erst mal nicht als Granaten einzusetzen macht das die Sache nicht besser. Oder entspricht dieses Getrickse etwa deiner Vorstellung von Ethik??? Wenn ja will ich mit dir kein Bier trinken gehn!
Sehr geehrter Herr Raidtomber,
ich kann mit jedem ein Bier trinken gehen, auch wenn ich in einer sachlichen Auseinandersetzung unterschiedlicher Meinung bin. Ich bleibe auf der Sachebene und vermische diese nicht mit der persönlichen Ebene ... so wie Sie und einige andere Foristen das leider ständig tun ... und andere provozieren und diffamieren. Ich würde mich sehr freuen, wenn auch diese Foristen zu einer Diskussion auf der Sachebene zurückkehren würden.
Wie ich bereits in einem früheren Beitrag geschrieben habe, ist
weder eine Waffe noch deren Erfindung unethisch. Nur der
Einsatz einer Waffe durch den Nutzer, ist
ethisch oder eben unethisch. Ethisch ist der Einsatz einer Waffe dann, wenn er nach den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit erfolgt. Tötet man damit z.B. einen Aggressor/Angreifer ist der Einsatz ethisch vertretbar ... tötet man z.B. ein wehrloses Kind, ist er unethisch. Gibt es ein Mittel, dass den gleichen Zweck erfüllt, aber weniger unerwünschte Nebenwirkungen zeigt, ist dieses zweite Mittel zu wählen. Kampfmittel sind selektiv einzusetzen ... dass man mit dem geringsten Risiko und dem kleinsten Waffeneinsatz zum Erfolg gelangt.
Die Aufgabe des Staates ist es, sein Volk zu schützen ... dazu kann es u.U. nötig sein, Waffen einzusetzen und einen Krieg zu führen ... auch wenn Kriege aus rein ethischer Sicht wohl nie als fair, gerecht und human bezeichnet werden können.
Im ersten Weltkrieg wurden chemische Kampfstoffe von den Deutschen anfangs hauptsächlich eingesetzt, weil man befürchtete, dass die Versorgung mit Rohstoffen für die Sprengstoffherstellung nicht gewährleistet sei. Im 2. Weltkrieg wurden keine C-Waffen eingesetzt, weil er in weiten Teilen ein Bewegungskrieg war, wohingegen Giftgas speziell im Graben- und Stellungskrieg (wie im 1. Weltkrieg) seine größte Wirkung entfalten kann.
In der ersten Phase des Hundertjährigen Krieges haben die Engländer Bogenschützen eingesetzt, während die Franzosen dies für "
unritterlich" hielten und auf den Kampf Mann gegen Mann setzten. Folge: Die katastrophale Niederlage des französischen Heeres bei Agincourt - der Großteil der französischen Hochadels war ausgerottet. Was will ich damit sagen?
Wer als Militärführer in Kategorien von Ethik, Fairness, menschlicher Empathie und Emotionen denkt ist naiv. Die praktikabelsten, wirkungsvollsten Waffen - und damit der Stärkere - werden sich immer durchsetzen. Wer nicht bereit ist, sich wirkungsvoll zu verteidigen, wird ausgerottet.Die Ethik im Kontext von Waffen besteht in erster Linie darin, internationale Vorschriften/Vereinbarungen für die Bewaffnung und den Einsatz von Waffen zu berücksichtigen.