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Bestimmung Keltischer dolch

Münzen und Metallfunde zeigen und bestimmen.

Moderator: DHS

Beitragvon Nigges87 » Mi 29. Okt 2014, 17:48

Hallo,

die Tage hat mir mein Suchhund einen Dolch unbekannter Herkunft beschert. Markant ist der runde Bronzeknubbel sowie die Verzierungen um den Griff. Diese scheinen wohl auch aus Bronze oder Kupfer zu sein. Der Dolch ist in drei teile zerbrochen wobei ein viertes ( die spitze ) fehlt. Der Griff ist ebenfalls abgebrochen. Die Griffschalen wurden wohl mit drei Bronzenieten gehalten.
mir ist aufgefallen das durch ein tiefes Rostloch im innern der klinge etwas Golden durchschimmert. Keine ahnung was das ist und wie es da hin kommt.

Kann jemand mehr zu dem Stück sagen ? Fundzusammenhänge sind Römisch-Keltisch

Desweiteren kam die tage ein Bronzering welchen ich als Keltischen Geldring identifiziert hätte. Kann das jemand bestätigen ? oder vllt doch ein Fingerring ? oder was ganz anderes ?

Danke !!

Gruß Nic
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Beitragvon EX4 » Mi 29. Okt 2014, 18:42

Ich tippe richtung bauernwehr.
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Beitragvon Wodan » Mi 29. Okt 2014, 22:49

Ich möchte dir deinen Fund nicht Madig machen. Beim Ring könnte es sich wirklich um Ringgeld handeln. Aber bei dem Dolch, da macht mich der Knauf stuzig. Kann es sich hierbei vielleicht um einen Torriegel handel. Wir hatten früher auch bei uns am Stall, solche Riegel.
Das Foto ist nur ein Beispiel. Es gab sie in Verschiedenen Ausführungen. Ich kann mich aber auch Irren. Mann sieht es wenn er gereinigt ist.
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Torriegel mit Falle.jpg
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Beitragvon Exuser » Do 30. Okt 2014, 00:14

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apropos Knauf :)
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Beitragvon Nigges87 » Do 30. Okt 2014, 00:15

Torriegel schließe ich aufgrund der 3 Nieten für die Griffschalen sowie der Tatsache das die Klingenstärke am rücken ca 4mm beträgt und an der Schneide unten dementsprechend aufgrund von Korrosion "abgerundet" noch 1mm stärke hat. Teilw sogar noch weniger.
Dennoch danke für deine Einschätzung

gruß nic
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Beitragvon Nigges87 » Do 30. Okt 2014, 00:19

aufgrund der doch recht massiven Substanz würde ich jetzt fast zu einer Elektrolyse übergehen oder habt ihr eine bessere Idee ? Ich werde mich an der stelle auch nochmal umschauen und vllt liegt die spitze ja noch irgendwo rum. War schon dunkel als das Teil raus kam.

gruß Nic
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Beitragvon Wodan » Do 30. Okt 2014, 01:42

Das ist das gut, in einem Forum. Man lernt nie aus.

das habe ich mal Kopiert von einer Seite die ich gefunden habe. Vielleicht kannst du ja etwas mit anfangen.

Sondengänger und Aufwände nach dem Fund

Über die Suche hinaus verwenden viele Sondengänger sehr viel Zeit und Geld auf Bestimmung, Datierung, Restaurierung und Konservierung der Funde. Fachliteratur, z.T. aus dem Ausland, wird angeschafft. Datierungs- und Bestimmungsdebatten in den Internetforen sind teilweise von einer religiös zu nennenden Inbrunst gekennzeichnet. An unterschiedlichen Auffassungen zum Almgrentyp einer Fibel sind schon Freundschaften zerbrochen.

Und dann erst die Aufwände von die Restaurierung und Konservierung von Eisengegenständen… Wer da wagt die Elektrolyse vorzuschlagen, in deutschen Museen nationalen Ranges in den 1960er Jahre Standard, stellt sich gewissermaßen außerhalb der zivilisierten Gemeinschaft.

Selbstverständlich muss die originale Oberfläche mechanisch freigelegt werden, und wenn ein Knauserer kein Mikrostrahlgerät anschaffen will, denn benutzt er eben den Dremel, inklusive Eisenoxydstaublunge und GEB, den größtmöglich eingesauten Balkon. Der Haussegen hängt danach schief? Bedauerlich, gewiss, aber Frauen beruhigen sich auch wieder, während ein unbehandeltes Eisenartefakt unwiederbringlich zerfällt. Es kommt jetzt auf jeden Armbrustbolzen an!

Ist das Objekt dann endlich gereinigt, wird es nur von Stümpern sofort konserviert, von armseligen Gestalten, die aufgrund charakterlicher Mängel wohl immer den Weg des geringsten Widerstandes einschlagen. Richtige Sondengänger entsalzen erstmal, denn, wie jedes Sondengängerkind weiß, enthalten Eisenartefakte böse Chloride, die nur darauf warten in den folgenden Jahren das Artefakt und damit das Herz des Suchers zu zernagen; die also möglichst vollständig ausgewaschen werden müssen, will man die Nachkorrosion minimieren. Weicheier tun dies, indem sie das Eisenartefakt im Dampfkochtopf 24 h in destilliertem Wasser kochen, bis es sich in eine braune Brühe verwandelt hat. Kleinmütigen Argumenten der Partnerin folgend, hat man dazu wenigstens einen separaten Topf angeschafft. Hardcoresucher verschmähen diesen billigen Ausweg und wässern das Artefakt monatelang in destilliertem Wasser, das jede Woche gewechselt wird.

Danach wird das Objekt noch mal gereinigt, ehe man in die feierliche finale Phase eintritt: Die Konservierung.
Entweder wird das Artefakt solange in der Paraffinschmelze gekocht, bis das Blubbern aufhört und somit alles Wasser ausgetrieben ist. Da sich Paraffin ab ca. 300-350 Grad selbst entzündet bringt das zusätzliche Spannung in den Alltag des Sondengängers. Natürlich riecht danach die ganze Wohnung tagelang nach Kerzenwachs oder Pommesbude; Effekt auf Partnerinnen siehe oben.

Oder man nimmt mikrokristallines Wachs. Das ist in der Anwendung zivilisierter, dringt auch tiefer in feinste Kapillaren des (ehemals übrigens lieblos in 5 Minuten zusammengehämmerten) Armbrustbolzens, treibt das Wasser aber im Gegensatz zur Paraffinmethode nicht aus. Es kann im Gegenteil sogar eingeschlossen werden, was das Nachrosten fördert. Also aus Fraugründen Trockenofen anschaffen.

Nun ist es geschafft, der Armbrustbolzen ist fertig. Im strengen Sachsen klingelt es dann vielleicht an der Tür, Gruß vom LDA, Hausdurchsuchung, weil Kulturnation um 100 Jahre zurückgeworfen. Außerhalb Sachsens begleitet der neue Liebling einen tagsüber ins Büro und ruht nachts auf dem Nachttisch, bis die größte Leidenschaft verfliegt und er zu den anderen in die Vitrine darf.

Ein Armbrustbolzen hat übrigens einen Marktwert von etwa 5-10 Euro, siehe „Materieller Wert von Sondengängerfunden“ . Warum Amtsarchäologen, die von „primär finanziellen Motiven“ des Sondengängers fabulieren, aus der Sicht der Sondengänger an Realitätsverlust leiden, dürfte inzwischen klar geworden sein.
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