Doch zuvor noch eine kurze Information, falls jemand überlegt, ob er in seinen Urlaub auf dieser wunderschönen Mittelmeerinsel seine Sonde mitnehmen soll: Das Suchen mit Metalldetektoren ist auf Sardinien grundsätzlich erlaubt, mit Ausnahme Archäologischer Zonen wie etwa den 2000 bis 4000 Jahre alten Nuraghen, prähistorischen Steintürmen, von denen noch immer ca 8000 auf Sardinien rumstehen. Funde von historisch/archäologischem Interesse oder "größerem" Wert sind den Behörden/Museum zu melden, die Sucherlaubnis ist vom jeweiligen Grundeigentümer einzuholen. Es gilt die Hadrian'sche Teilung 50:50.
Diese Angaben bekam ich in letzter Zeit zweimal bestätigt, als ich von Forestali (=eine Art Forstpolizei mit weitreichenden Kompetenzen) kontrolliert wurde. Einmal von zwei netten Damen, die das Gewicht der umgeschnallten großen Pistolen fast umwarf und die in rührender Unsicherheit nicht wussten, was sie mit mir machen sollten, bis sie per Funk die Info erhielten, dass Sondengänger hierzulande keine Schwerverbrecher, nicht mal andeutungsweise illegal sind, und einmal von zwei ebenfalls martialisch wirkenden, aber unaufgeregten Herren, die sich eher für die technische Seite des Sondelns interessierten.
Hier nun meine Funde:
Nix Spektakuläres, ich weiß, aber immerhin ist der linke Knopf von Versace ... Ob der mittlere Knopf neu oder alt ist, wage ich nicht zu schätzen - das nichtmagnetische Material ist sehr porös und brüchig, das (Muster)Design kommt mir nicht sehr modern vor, erinnert mich irgendwie an die "Nierentisch"-Epoche der 60er. Eure Meinung?
Zu diesen Vorderlader-Kugeln bekam ich von jagenden Nachbarn folgende Infos: für die Jagd konnten sich die Sarden früherer Zeiten kaum Muniton leisten. Kugelzangen und sonstige Guss-Vorrichtungen waren teuer. So verwendete man nicht immer gegossene Kugeln (li o), sondern zwickte von Bleistangen passende Stücke ab und klopfte sie mit dem Hammer zurecht (li u, re o). Und hatte man kein (teures) Blei, tat's auch ein Stück von einer Eisenstange (re u, magnetisch). Ob's stimmt?
Auch mein erstes Schmuckstück hab ich gefunden, Teile eines (neuzeitlichen) Silberkettchens, 4,5g.
Diese Plakette war angeblich mal auf einem miltär. Gewehr am Kolbenboden montiert
Rot lackiert, nichtmagnetisch. Die Zahl 59 könnte den Truppenteil (Regiment, Bataillon) bezeichnen. Trotz langer Recherche konnte ich kein Foto von metallenen Schulterklappen finden, meistens sind sie textil oder schnurgeflochten. Und ebenso schwierig ist die Datierung: Italien (zu dem Sardinien ja gehört) war bis 1946 (!) ein Königreich. Ob unter Mussolini aber noch die Königskrone die Schulterklappen seiner Soldaten zierte? Keine Ahnung.
Und dann hab ich noch dieses Teil ausgegraben, das mir Rätsel aufgibt. Auf den ersten Blick hab es für einen simplen Dachpappen-Nagel gehalten. Aber das Material dürfte Kupfer (oder Bronze, ich wollt's nicht zerkratzen, jedenfalls nichtmagnetisch und rötlich) sein und ist ungewöhnlich aufwendig verarbeitet. Heute, denk ich, würde sowas in einem Stück gegossen, aber hier ist die Kupferscheibe (DM 24mm) sorgfältig auf einen extra "Halter" aufgenietet. Ich würde es für den Rückenteil eines Abzeichens halten, wäre nicht diese aufwendige Verarbeitung. Außerdem ist die "Nadel" zeimlich dick, kurz und stumpf, liesse sich also nicht gut durch Stoff schieben. Habt Ihr einen Tipp, was (und wie alt) das sein könnte?
Als Newcomer bin ich sicher noch lange in der Lernphase, aber mit der Zeit, so hoffe ich, werd ich auch mal Tipps geben können und nicht nur bekommen...
peko


