von Adebar » Mo 16. Mär 2015, 17:25
Hallo,
da gibt es bessere Rezepte. Zum Beispiel "Archäoplex" - wurde verwendet, um bei der Nebra-Scheibe die Goldblechauflagen (immerhin 20% Ag-Anteil) schonend von den Kupfersalzen zu befreien.
Das Originalrezept:
5 % Na-Edta
5% Ameisensäure
70% dest. Wasser
15% Aerosil (ein schaumstoffartiges Verdickungsmittel um es pastös zu machen)
5% Alkohol (Isoprop oder Ethanol)
Die Chemikalien gibt es z.B. bei Omikron.
Als Reinigungsbad läßt man das Aerosil weg, dann kann man Ag-Münzen in einer Schale einweichen. Bei der Scheibe wollte man verhindern, daß dieses Reinigungsmittel über die Bronzeplatte selber läuft und die Patina angreift. Hier wollte man eine höhere Persistenz, punkturell an den Applikationen erreichen.
Bei Silber ist das unkritisch. Mineralsäuren greifen Silber nicht an, nur oxidierende Säuren wie Schwefel-, Salpeter- und bedingt auch Salzsäure.
Daher kann man den Anteil an Ameisensäure auch auf 15% erhöhen, dann geht es etwas schneller.
Bei Salzsäure besteht auch die Gefahr, daß sich schwer lösbares Silberchlorid, sog. "Hornsilber" bildet. Würde ich pers. nicht nehmen wollen.
Aluminium wird von Salzsäure unter Wasserstoffbildung aufgelöst!
Ich kenne den Trick mit der Alufolie nur so, daß Alufolie in Salzwasser gekocht wird und das Silberbesteck mit in den Topf kommt. Da Silber erheblich edler ist wie Aluminium, lösen sich die schwarzen Silbersulfidschichten (entstehen durch den Anteil von Schwefelwasserstoff in der Luft, der das Silber anlaufen läßt) aus der Silberoberfläche und verbinden sich stattdessen mit der Alufolie, die sich dunkel verfärbt während das Silber hell wird. Daher stinkt es auch nach faulen Eiern während des Vorgangs, da wieder etwas Schwefelwasserstoff frei wird...
Bringt hier aber nur wenig, da die Verkrustung andere Ursachen hat wie die Schwarzfärbung beim Silberbesteck.
Grüße,
Dierk