Ein düsteres Bild zeichnete auch der Freiburger Wirtschaftswissenschaftler Bernd Raffelhüschen.
Deutschland sei in keiner Weise auf die Zuwanderung von mehr als einer Million Menschen vorbereitet.
"Die Folge werden massive Steuererhöhungen sein", sagte er bei einer Fachtagung der Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern in Rostock.
Schon heute gebe es in Deutschland Hunderttausende unqualifizierte Arbeitslose. "Es kommen jetzt (pro Jahr) bis zu 1,5 Millionen dazu, von denen mindestens 70 % ebenfalls vollkommen unqualifiziert sind", schätzt er.
Und er glaubt auch, dass die Mehrzahl der Zuwanderer nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden kann. "Es wird eher eine Integration in die sozialen Sicherungssysteme."
Deutschland ist seiner Ansicht nach das einzige Einwanderungsland der Welt ohne Regeln. Eine Regel müsse lauten: "Zuwanderung gerne, aber bitte in den Arbeitsmarkt."
Deutschland könne da von anderen Ländern wie etwa den Vereinigten Staaten lernen, betonte Raffelhüschen. Deren Willkommenskultur finde in Konsulaten statt. "Denen, die man nicht gebrauchen kann, wird die Einreise verweigert."
Es sei seit Jahrzehnten klar, dass die Steuerung von Einwanderung dringend notwendig sei. "Aber das traut sich keiner, weil Steuerung etwas mit Selektion zu tun hat."



