ein konkretes Beispiel aus der Praxis ... frei von ideologischer Verblendung und politischem Kalkül:
Integration - Nicht mal am Horizont ein AusbildungsplatzIn Rosenheim versucht man - anfangs mit großer Euphorie -
jugendliche Flüchtlinge, auszubilden ... aber schnell hat man gemerkt, dass das
nahezu aussichtslos ist.
Die Jugendlichen sind seit rund einem Jahr in Deutschland, haben bereits jede Menge Praktika hinter sich: Küchenhilfe, Altenpflege, Supermarkt, Friseur, Autowerkstatt ... eine Zusage für eine Stelle hat noch keiner.
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Selbst die Fittesten schaffen es nicht“, sagt Johannes Fischer, der Leiter des Kreisjugendamts Rosenheim ... "
diese Generation junger Flüchtlinge wird auf keinen Fall die Probleme des demographischen Wandels in Deutschland lösen."
Mehr als 67.000 „unbegleitete minderjährige“ Flüchtlinge (darunter viele Afrikaner und Afghanen, die nie zur Schule gegangen sind) lebten Ende Januar in Deutschland ... sie müssen dem Kinder- und Jugendrecht entsprechend aufwendig betreut werden. Behörden, soziale Träger, Wirtschaft –
alle setzen sich intensiv ein und ringen um die Integration. Bei wem, wenn nicht bei ihnen, könnte es also gelingen? Das dachte auch Fischer. Jetzt aber, sagt er, befänden sich
seine Erwartungen „im freien Fall“. Immer noch.
Das Integrationsprojekt "Junge Arbeit" in Rosenheim ist ein
Vorzeigeprojekt in einer Vorzeigeumgebung. Die Arbeitsagentur, das Jobcenter, das Jugendamt und die Kommune tun alles was in ihrer Macht steht. Bund und Kommune arbeiten zusammen, dazu die Wirtschaft, in vorbildlicher Weise, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel war auch schon zu Besuch. Die Arbeitslosenquote im Landkreis beträgt nur 3 % , das bedeutet
Vollbeschäftigung. Die
örtliche Wirtschaft sucht händeringend Auszubildende. 2.200 freie Plätze in Stadt und Landkreis wurden 2015 gemeldet. Die Vorsitzende der IHK dachte anfangs: "Flüchtlinge können dabei der Schlüssel zur Lösung des Azubi-Mangels werden."
Das hatten auch die Mitarbeiter der „Jungen Arbeit“ gehofft, denn sie hatten es mit engagierten, höflichen, dankbaren jungen Menschen zu tun, die da kamen. "Aber
in den vergangenen Monaten sind uns jeden Tag die Augen aufgegangen", sagt Astrid Langenegger, Ko-Geschäftsführerin der Initiative. "
Bei rund 80 % der Jugendlichen fehlen fast komplett neun Jahre Schulbildung. Eine Ausbildung nach deutschen Ausbildungsstandards sei vollkommen unrealistisch. Motivation ist toll, ersetzt aber keine Schulbildung", sagt sie. "Lauter
enttäuschte Erwartungen. Auch von Seiten der Flüchtlinge."
Die Jugendlichen sollen in den Praktika zwei Tage à acht Stunden die Woche arbeiten. Aber
viele schaffen das nicht. „
Die wissen gar nicht, wie Arbeit läuft“, sagt Langenegger. Sie nennt das eine „
Konfrontation mit der Arbeitswelt“. Es gebe Jugendliche, die in ihrer Heimat mal zwei Wochen einem Friseur zugeschaut hatten und danach als Friseur arbeiteten. In Deutschland wollen sie das nun auch. Aber sie verstehen nicht, warum ihre Ausbildung erst einmal darin besteht, nur Haare zu waschen – und warum sie so wenig verdienen. Sie haben ihr Leben aufs Spiel gesetzt und viel Geld gezahlt, um nach Deutschland zu gelangen. Nun sind sie am Ziel und
müssen rasch Erfolgsberichte nach Hause schicken – und Geld.
Gelingt das nicht, ist das eine große Enttäuschung. Ein Vakuum tut sich auf. „Die schmeißen den Bettel hin, sobald sie sehen, dass sie keine Perspektive haben, schnell Geld zu verdienen“, sagt Fischer.
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Die Jugendlichen müssen in Arbeit gebracht werden, bevor sie Hartz IV entdecken" sonst ist eh alles zu spät.
Jugendliche, die jünger als 18 Jahre alt sind, werden rund um die Uhr betreut. Manche der in Obhut genommenen Flüchtlinge sagen dann irgendwann, sie seien doch schon erwachsen. Dann kommen sie in eine Gemeinschaftsunterkunft, so wie andere Asylbewerber, erhalten Taschengeld nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (in Bayern 143 Euro), nach 15 Monaten Hartz-IV und sind wieder selbständig. Aber viele verschwinden auch einfach, haben andere Pläne. "
Ein Fünftel haut ab", sagt Fischer. "Wir dürfen sie nicht aufhalten – und es würde auch nichts bringen."
Manche der jungen Leute
akzeptierten keine Frauen als Vorgesetzte. Da heiße es dann: Mit euch putze ich nicht die Küche. Zu Hause hätten das die Schwestern gemacht.
"Solche grundlegenden Einstellungen ändern sich nicht, nur weil jemand eine Grenze überquert."Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) veröffentlichte kürzlich eine Studie, die nahe legt, dass keineswegs vor allem die erhofften Facharbeiter und Ingenieure um Asyl suchen. Knapp ein Viertel aller Befragten aus den Hauptzuzugsländern waren demnach nicht länger als vier Jahre zur Schule gegangen. Die Mehrzahl hat weder eine Berufsausbildung noch ein Studium abgeschlossen; rund ein Viertel der Befragten aus dem Irak hat nie eine Schule besucht.
Lediglich Flüchtlinge im Grundschulalter hätten eine Chance, sagt der Jugendamtsleiter. Die meisten der minderjährigen Flüchtlinge aber
seien einfach nicht qualifiziert genug und könnten sich das, was deutsche Kinder und Jugendliche in vielen Jahren lernten, nicht in drei Monaten aneignen. Fischers Angaben zufolge ist
eine Berufsschule für die allermeisten ausgeschlossen. Das Sprachkursniveau B2 (etwa das Verständnis für Hauptinhalte von Texten) sei für viele der jungen Leute „
intellektuell nicht erreichbar“. Fischer fügt hinzu: „
Denen fehlt das Koordinatensystem.“ Manche der jungen Flüchtlinge sind ein paar Jahre irgendwo zur Schule gegangen,
nun wollen sie studieren. "Nicht mal am Horizont“, sagt Fischer dazu. „
Die komplexe deutsche Welt können wir denen nicht beibringen".
Viel Unmut hat sich bei den Helfern in Rosenheim
über die Politik aufgestaut. Die nehme weiterhin an, dass die Flüchtlinge deutlich besser ausgebildet seien, als es der Realität entspreche. Unlängst sagte der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele. die BA ginge davon aus, dass 10 % der Flüchtlinge nach einem Jahr Arbeit finden, 50 % nach fünf Jahren und 75 % erst nach zwölf bis 13 Jahren. Der Rosenheimer Kreisjugendamtsleiter hält dies für
absolut ausgeschlossen.
Von 100 bis 150 minderjährigen Flüchtlingen schafft nach seinen Angaben nur einer eine Ausbildung. In Rosenheim warnen die Helfer auch angesichts der Diskussion über eine Aussetzung des Mindestlohns für Flüchtlinge davor, nun mit „zweierlei Maß zu messen“ und etwa die Ausbildungsstandards zu senken. Das geschehe auch nicht für die schwächeren deutschen Jugendlichen.
Auch müssten die
Erwartungen an die Jugendlichen deutlich nach unten geschraubt werden, sagt Fischer. Noch sei Deutschland vor allem mit der Erstversorgung der Asylsuchenden beschäftigt. "
Die Frage, welche realistischen Möglichkeiten die Flüchtlinge in Deutschland haben, ist nicht beantwortet. Es hilft niemandem, auch nicht den Flüchtlingen, sich Illusionen zu machen."Hunderttausende Analphabeten werden nicht über Nacht zu Ärzten und Ingenieure ... eher zu dauerhaft Arbeits- und Perspektivlosen. Die Frage ist dann: Wohin mit der Frustration auf beiden Seiten ?
Auf dem hart umkämpften Weltmarkt kauft niemand eine mangelhafte Maschine, weil sie von einem aus Mitgefühl aufgenommenen Migranten gebaut wurde.
http://www.faz.net/aktuell/politik/flue ... 78-p4.html