waldläufer hat geschrieben:"Europa muss zur Festung ausgebaut werden, koste es, was es wolle!" Bitte- gehts noch? Willst du auch keinen mehr raus lassen? ... Europa zur Festung auszubauen würde unserem Wohlstand ganz übel bekommen, schätze ich mal.
Hallo Waldläufer,
da schätzt du aber ganz schön falsch ...
Festung Europa - flexible Abschottung - WohlstandUnser
Wohlstand fußt auf "
ökonomischer Rationalität" und
nicht auf "Gefühlsduselei", die die
Probleme der Welt auch noch zu uns bittet.
Der gegenwärtige Zustand der offenen Grenzen gefährdet massiv die Zukunft und die Möglichkeit eines menschenwürdigen Lebens für alle Bewohner Deutschlands und Europas. Wer das nicht sieht oder einsehen will ist entweder
durch ideologisch utopisches Denken total verblendet oder er
will gezielt Deutschland und Europa destabilisieren.
Der Kontinent dürfe sich nicht vor den Flüchtlingen verschließen, heißt es ... aber
illegale und unkontrollierte Zuwanderung ist kein Menschenrecht und sie
hilft letztendlich niemandem, sondern
führt ins Chaos und den unerklärten Bürgerkrieg.Bei dem Gedanken an "Festung Europa" denken viele unwillkürlich an "ertrinkende Flüchtlinge" und "unüberwindliche Zäune" ... mit dem Begriff "
Festung Europa" ist aber auch eine
Festung des Wohlstands, des Rechts und des Friedens inmitten einer unsicheren und blutigen Welt gemeint, von der
wir alle profitieren - NOCH. Will man das allen Ernstes aufs Spiel setzen und zerstören ?
Ja,
wir leben im Wohlstand ... und
dafür müssen wir uns in keiner Weise rechtfertigen. Es ist das Resultat einer tausendjährigen europäischer Geschichte - vielen Rückschlägen, mit Phasen großer Armut und Situationen, die denen der heutigen Migranten gleichen. Unser Wohlstand fußt u.a. darauf, dass wir bereit waren uns und unsere Gesellschaft weiterzuentwickeln und nicht unverändert archaische Strukturen aufrechtzuerhalten und unser gesamtes Leben an einem 1000 Jahre alten Buch (Koran) auszurichten ... er fußt auch darauf, dass wir uns eine breite Wissensbasis und technische Grundlagen geschaffen haben ... und Faktoren wie harte Arbeit, Eigenverantwortung, Forschung, Entwicklung, Qualität und Zuverlässigkeit gehören ebenfalls dazu.
Es ist Illusion und vollkommene Selbstüberschätzung, zu glauben, dass wir unseren Lebensstil und unsere Wertvorstellungen auf die gesamte Welt übertragen könnten. Die Voraussetzungen, die notwendig sind, um die Früchte des Wohlstandes zu ernten, wollen und können viele Menschen der Welt auch gar nicht erbringen ... und die Erde würde das auch überhaupt nicht verkraften. ... Ernst Ulrich von Weizsäcker: "
Was die reichsten 10 % der Weltbevölkerung an Energie, Fläche, Wasser, Luft und anderen Naturgütern verbrauchen - direkt oder indirekt -, ist nicht auf die übrigen 90 % ausdehnbar, ohne dass die Erde ökologisch kollabieren würde."
So zynisch es klingt ... die Lebenssituation und das Elend in Teilen der Welt sind ein unvermeidbares Produkt unserer Weltordnung und notwendig für unseren westlichen Wohlstand. Die Weltordnung und unser Wohlstand beruhen nämlich darauf, dass die erfolgreichen kapitalistischen Staaten Westeuropas und Nordamerikas einseitig den Nutzen aus der Welt ziehen. Die Alternative ist aber nicht "
Wohlstand für alle", denn das ist und bleibt
eine illusorische Utopie.
Wir sind auch nicht aus irgendeiner Verantwortung heraus aus "moralischen Gründen" verpflichtet, alle Menschen dieser Welt aus Elend und Armut zu retten und ihnen - bei uns in Deutschland - zu einem Leben in Wohlstand zu ermöglichen ... und selbst wenn wir es wollten ... es ginge überhaupt nicht.
Es geht hier nämlich nicht um ein paar Millionen, nicht um hunderte Millionen sondern sogar um Milliarden von Menschen, die sich in einer prekären Lage befinden. ... und irgendwann ist man einfach an einem Punkt angelangt, an dem die
Selbsterhaltung und die
Zukunft der eigenen Kinder massiv gefährdet ist. Jeder stelle sich einfach nur mal vor, er müsse das, was er hat, mit 1.000 anderen Menschen teilen ... und was dann noch für ihn selbst übrig bleibt.
Und lassen wir tatsächlich all die vielen Millionen Afrikaner, Arabern, Inder usw. herein, die sich in Europa ein besseres Leben erhoffen, als in ihren gescheiterten Staaten, dann ist es auch
bei uns schnell mit dem Wohlstand und inneren Frieden vorbei.
Europa braucht dringend wieder definierte und gesicherte Grenzen – gerade auch um diejenigen zu helfen, die tatsächlich in Not sind und Hilfe bedürfen. Strömen weiter massiv Millionen Menschen über offene Außengrenzen ein, ist damit niemandem geholfen.
Wir haben in Deutschland ein gutes Sozialsystem, das aufgebaut und darauf ausgelegt wurde, Schwächere in der Gesellschaft solidarisch zu unterstützen. Dieses System funktioniert jetzt schon nicht mehr richtig und wird unter dem Zustrom der Millionen Migranten schon bald kollabieren. Ein
Solidarsystem ist stets ein
geschlossenes System ... nur wer zur Solidargemeinschaft gehört und Beiträge leistet, kann als Begünstigter daran teilhaben ... öffnet man es für die ganze Welt als potentielle Begünstigte, bricht es unwillkürlich zusammen.
Innerhalb Europas scheinen dicht gemachte Grenzen eine anachronistische Forderung, hat die Politik doch gerade in den Kernländern die "
Schengenzone" mit offenen Übergängen und uneingeschränktem Reiseverkehr eingerichtet. Als die Grenzen aufgehoben wurden, waren alle Bedingungen hierfür gegeben. Es war damals eine gute Entscheidung. Natürlich haben viele von der Aufhebung der Grenzen profitiert ... der internationale Güterverkehr, der Tourismus, die Pendler ... leider auch die internationale Kriminalität und der internationale Terrorismus. Das Problem ist, dass einmal getroffene Entscheidungen ungerne korrigiert werden ... selbst wenn die Bedingungen, unter denen diese Entscheidungen getroffen wurden, sich drastisch geändert haben. Die EU-Mitgliedsländer haben mit Schengen eine
zentrale staatliche Aufgabe aufgegeben: die Sicherung der Grenzen. Europa hat
vergessen, dass Grenzen enorm wichtig sind. Die Flüchtlingskrise hat mit großer Vehemenz daran erinnert ... insbesondere, weil man es versäumt/nicht geschafft hat, die EU-Außengrenze wirkungsvoll zu sichern. Grenzsicherung bedeutet übrigens - wie in der Vergangenheit - nicht, dass niemand mehr durchgelassen wird. Es wird lediglich die staatliche Souveränität an der Grenze wieder hergestellt und nur der durchgelassen, der auch ein Recht dazu hat. Nur "illegale Grenzverletzer" werden gestoppt und zurückgewiesen ... alle anderen können ungehindert passieren.
Nur weil ungeordnete Migration geduldet und von Kriminellen organisiert wird, haben sich die Menschen überhaupt auf den gefährlichen Weg nach Europa gemacht. Wieso können die Behörden nicht die regellose Zuwanderung entmutigen, indem sie - wie in Australien - die Boatpeople zwar retten, aber danach wieder zurückschicken?
Gelingt es Europa nicht, seine Außengrenzen massiv zu sichern, werden die alten Binnengrenzen von ganz alleine wiederkehren. Wer heute das "Schleifen der Festung Europa" fordert und
weiter von offenen Außengrenzen schwärmt, wird in kurzer Zeit das genaue Gegenteil bekommen: Ein Europa voller Flüchtlingslager, mit eifersüchtig bewachten Binnengrenzen, mit großer Armut ohne soziale Absicherung und ausreichende Gesundheitsversorgung und Menschen, die regellos von einem Staat zum anderen abgeschoben werden.Die "große Wanderung", die Hans-Magnus Enzensberger schon vor Jahren dem reichen Europa aus Afrika und Nahost prophezeite,
ist gerade erst richtig in Gang gekommen. Vor dem Exodus übers Mittelmeer und dem Andrang Verzweifelter versagt die bisherige unausgegorene Grenz- und Flüchtlingspolitik.
Es kann keine Lösung sein, alle Flüchtlinge der Welt in Deutschland und Europa aufzunehmen. Die Probleme der Fluchtländer sind nicht durch die Aufnahme dieser Menschen zu lösen. Im Gegenteil, auf mittlere Sicht importiert Europa diese Konflikte. Die Probleme müssen vor Ort geklärt ... und die wahren "Flüchtlinge" in den Anrainerstaaten der Herkunftsländer versorgt werden.
Durch den Anreiz, in Europa problemlos aufgenommen und vermeintlich sehr leicht sehr gut bezahlte Arbeit zu finden, bluten genau die Länder aus, die kräftige, junge und intelligente Arbeitskräfte so sehr nötig hätten.
Massenmigration ist zum existentiellen Problem für den europäischen Kontinent geworden, und wir dürfen nicht den Fortbestand der demokratischen Staaten Europas aufs Spiel setzen, welche Menschenrechte, Freiheit, und Wohlstand garantieren. Eine
flexible Abschottung bedeutet, dass wir
nur gut ausgebildete Arbeitskräfte in unsere Gesellschaft integrieren. Diese findet man allerdings nicht in Booten im Mittelmeer, sondern an Top-Universitäten oder bei global agierenden Unternehmen.
Für die globale Bildungselite müssen sich die Tore der Festung heute und in Zukunft öffnen – für das Wohlergehen Europas. Die EU im Allgemeinen und Deutschland im Speziellen brauchen keine Wirtschaftsflüchtlinge aus Afrika jenseits der Sahara oder dem Nahen und Mittleren Osten, sondern muss im Kampf um die globalen Talente bestehen, um den Wohlstand langfristig zu sichern. Deutschland muss (noch) anziehender für all jene Experten und Kreativen werden, die in Zeiten globaler und digitaler Wirtschaftsabläufe so wichtig für den nationalen Wohlstand geworden sind.
Wer glaubt, wir könnten uns auf unseren Lorbeeren ausruhen und bräuchten nur unseren Wohlstand gerecht auf die Welt zu verteilen, der ist ein naiver Phantast und wird recht bald auf dem Boden der Realität aufschlagen und aus seinem illusorischen Traum erwachen. http://www.welt.de/debatte/kommentare/a ... eiben.html